Oldenburg, 26.06.2020

 

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

 

für die Allermeisten aus den Abgangsklassen der Jahrgänge 9 und 10 nähert sich nun das Ende der Schulzeit an allgemeinbildenen Schulen mit großen Schritten: am heutigen Freitag gibt es die Abschlusszeugnisse. Damit geht nicht nur wie beschrieben die Schulzeit an Allgemeinbildenden Schulen zu Ende, sondern nach mehreren Monaten auch eine sehr ungewöhnliche Zeit für uns alle: seit über drei Monaten, genauer seit dem 13. März, findet Schule anders statt als wir das bisher gewohnt waren. Homeschooling und tageweise wechselnde Anwesenheiten, streng einzuhaltende Abstands- und Hygieneregeln, halbe Klassen- und Lerngruppen sowie eine sehr intensive Prüfungsvorbereitungszeit nenne ich als nur wenige schulische Stichworte, die uns in dieser Zeit begleitet haben und die uns allen vermutlich lange im Gedächtnis bleiben werden. Ich meine, dass wir diese schwierige Zeit mit ihren sehr speziellen Herausforderungen gemeinsam gut überstanden haben. Dafür gilt Ihnen, liebe Eltern, ebenso wie euch, liebe Schülerinnen und Schüler, mein großer Dank: ohne das überwiegend disziplinierte Verhalten aller, hätten wir vermutlich größere Probleme zu bewältigen gehabt. Darüber hinaus freue ich mich sehr, dass von etwa 150 Prüflingen, 70 den Abschluss der Förderschule Lernen oder der Hauptschule und wiederum 75 den Realschulabschluss oder sogar den erweiterten Abschluss der Sekundarstufe 1 erreicht haben. Bis auf ganz wenige Ausnahme, die zumeist in individuellen Problembereichen begründet sind, haben alle Schüler/innen einen Schulabschluss und ausnahmslos alle verlassen die OBS mit einer klaren Anschlussperspektive. Dies ist seit langer Zeit eine wichtige Maxime unseres Tuns und ich bin sehr glücklich, dass wir das im Interesse unserer Schüler/innen (Ihrer Kinder) erneut geschafft haben.

 

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Klassenleiter/innen der Abschlussklassen sowie deren engagierte Vertreter/innen vor Ort in der Schule: trotz Corona und teilweise gesundheitlicher Einschränkungen und damit verbundenem HomeOffice ist die Beratung und Betreuung der Schüler/innen so gelungen, dass es zu keinen Beeinträchtigungen kam.

 

Der Rahmen unserer heutigen Abschlussfeier ist in diesem Jahr leider erheblich schmaler als in der Vergangenheit. Wir haben uns jedoch sehr bewusst für diese kleinere Version entschieden - wohl wissend, dass es für unsere Schüler/innen, bezogen auf einen sehr wichtigen Tag in ihrem Leben, einen Einschnitt bedeutet. Allerdings bestätigen mich einerseits das grundsätzliche Geschehen der Pandemie und andererseits die aktuellen Entwicklungen, nicht nur in NRW, sondern auch im Landkreis Oldenburg mit mehr als 20 und in der Stadt Oldenburg mit zwei Neuinfektionen, hinsichtlich dieser Entscheidung. Auch meine Beobachtungen sowohl unserer Schüler/innen außerhalb von Schule, aber auch vieler weiterer Mitbürger/innen besorgen mich dahingehend, dass scheinbar eine gewisse Sorglosigkeit eingezogen ist: immer dann, wenn man sich unbeobachtet fühlt, werden Mindestabstände und sonstige Hygienerichtlinien nicht konsequent eingehalten, sondern eher lax gehandhabt. Wir alle tragen gemeinsam die Verantwortung für die Durchsetzung der Hygienerichtlinien und für den Schutz der Gesundheit aller Kollegen/innen und Schüler/innen sowie der jeweiligen Familien. Nach meinem Kenntnisstand sind wir bisher in unserer Stadt einigermaßen glimpflich davongekommen, was sehr wahrscheinlich, natürlich zusammen mit anderen Maßnahmen, auch auf die klare und konsequente Umsetzung der Vorgaben an den Schulen zurückzuführen ist. Allerdings besteht nach wie vor kein Grund zu einer Entwarnung und einem Rückfall in alte Verhaltensweisen. Auch wenn das Kultusministerium uns grundsätzlich größere Feiern erlaubt, sind diese mit erheblichem Organisationsaufwand und nach meiner Einschätzung erheblichen gesundheitlichen Risiken (zum Beispiel hinsichtlich der Körperkontakte NACH der schulischen Feier und der dann erfolgten Schulentlassung) verbunden. Der Argumentation, dass dies ja dann nicht mehr in unserer Verantwortung liege, kann ich zwar rechtlich und auch formal folgen, als Mitbüger aber nicht. Vielmehr sehe ich uns alle in der Verantwortung, und ich meine, alle müssen ihren Beitrag leisten.

 

Sowohl die Klassenleitungen, aber auch ich als Schulleiter, haben mit Ihnen als Eltern ebenso lange und intensiv wie mit Ihren Kindern zusammengearbeitet und ich bedaure es sehr, dass wir die Gelegenheit zu einem letzten Austausch mit Ihnen nicht haben werden. Vielleicht begegnet man sich bei anderen Gelegenheiten in der Zukunft und kann dies dann nachholen. Ich hoffe aber trotzdem aus den o.g. Gründen auf Ihr und euer Verständnis, denn ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass die Entscheidung dazu, die Abschlussfeierlichkeiten in kleinen Gruppen, den bekannten Lerngruppen, ohne Beteiligung der Eltern und Familien und in sehr klar definierten Wegen und Bahnen durchzuführen, auch um ein Mindestmaß an Feierlichkeit aufkommen zu lassen, die richtige ist. Im Übrigen ist dies die vorerst letzte Möglichkeit, dass wir als Schule auf die gefährliche Lage hinweisen und dies unseren Schüler/innen verdeutlichen können.

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,

 

der heutige Tag wird vermutlich nicht nur wegen eurer Zeugnisse einen besonderen Platz in euren Gedächtnissen einnehmen. Wenn auch die Corona-Pandemie zu erheblichem Elend und Leid national und international geführt hat, sollten wir doch auch bedenken, dass jede Krise eine Reihe von Chancen für ein Umdenken und vielleicht sogar für eine Neuorientierung birgt. Ihr als junge Mitbürger/innen übernehmt jetzt oder auf jeden Fall bald, die Verantwortung nicht lediglich für euer eigenes Fortkommen und Leben. Bereits jetzt denkt ihr an eure Freunde und Familien, bald werdet ihr vermutlich eigene Familien gründen und auch dort Verantwortung für Kinder und später Enkelkinder übernehmen. Es erscheint mir daher sehr wichtig, dass ihr erkennt, dass ihr nicht allein auf der Welt seid und keinesfalls allein der Mittelpunkt der Welt seid. Das ist niemand. Jede/r einzelne muss Verantwortung übernehmen und mittragen, sich nur auf andere zu verlassen, ist eine Sackgasse. Corona hat uns allen sehr deutlich vor Augen geführt, wie verletzlich wir sind und um wievielmal verletzlicher wir ohne die Hilfe anderer sind. Dem Virus sind wir alle egal, es interessiert sich nicht für uns.

 

Meiner Überzeugung nach ist es höchste Zeit, eine Reihe von scheinbaren Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen: ist es z.B. angebracht, unsere Ernährungsweise in der bisherigen Form auf Kosten der Natur und von Mitmenschen fortzusetzen? Ist unser Umgang anderen Menschen oder mit Tieren und insgesamt der Natur in Ordnung? Ist es wirklich richtig, mehrfach im Jahr riesige Mengen an Energie für Urlaubsreisen mit Schiffen, Autos und Flugzeugen aufzuwenden? Ist es korrekt und akzeptabel, dass die Schere zwischen Arm und Reich, und die Einkommensverteilung immer weiter auseinanderklafft? Ist es in Ordnung, dass diejenigen, die wichtige Arbeiten und Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen wie z.B. Menschen in der Pflege, in der Medizin, im Bereich der Kinder- und Altenbetreuung aber auch LKW-Fahrer/innen und Mitarbeiter/innen im Handel, und viele andere mehr am schlechtesten bezahlt werden?

 

Ich finde, es gibt eine Vielzahl an Fragen, die diskutiert und in der Zukunft von euch beantwortet werden müssen. Vielleicht bietet diese für uns alle schwere Zeit, eine gute Gelegenheit, sich über Grundsätzliches aber vor allem Fairness, Gedanken zu machen!

 

Ich wünsche euch und euren Familien alles Gute für eure Zukunft.

 

Herzliche Grüße

 

Sven Winkler

Schulleiter

 

 

 

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